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Ein Lektor in der orthodoxen Kirche: Weihe, Terminologie, Gewand und Aufgaben


Das Lektorat ist die erste Stufe der Teilnahme am Priesterdienst des Herrn Jesus Christus und der zweithöchste der niederen Weihegrade in der orthodoxen Kirche.

Es ist ein niederer Klerikerstand, in den ein Mann tonsuriert und geweiht wird, um hervorgehoben zu werden, als jemand, der vom Bischof gesegnet wurde, während der Heiligen Liturgie vorzulesen. Frauen können in der orthodoxen Kirche nicht als Lektorinnen auftreten.

Die Weihe

Unmittelbar vor der Weihe zum Lektor, bekommt der Kandidat, zum Zeichen seiner Ehrerbietung und seines Gehorsams, beim Eintritt in den Stand des Klerus, die Tonsur. Das ist eine selbstständige Handlung, die den Laien zum Kleriker macht.

Die Weihe selbst wird, wie auch beim Hypodiakon, durch die Chirothesie vorgeführt – wörtlich „das Handanlegen“ –, im Gegenteil zu der Chirotonie – „die Hände ausstrecken“ –, welche bei der Weihe von Bischöfen, Priestern und Diakonen verwendet wird.

Nach der Tonsur wird der Lektor in ein kurzes Phelonion (das priesterliche Obergewandt) gekleidet, welches er, beim Lesen der Epistel zum ersten Mal, trägt. Dieses kurze Phelonion wird danach entfernt (und nie wieder angezogen) und durch ein Sticharion ersetzt, das der Lektor anschließend, für gewöhnlich, immer beim Erfüllen seiner liturgischen Pflichten trägt.

Ein Lektor wird normalerweise vom Bischof tonsuriert, aber in manchen Traditionen, kann auf Segen des Bischofs (wenn er nicht verfügbar ist), ein Erzpriester oder Archimandrit die Tonsur durchführen. In Klöstern kann der regierende Archimandrit die Tonsur bei den Mönchen durchführen, über die er regiert.



Die Terminologie

Es ist durch die Weihe, nicht die Tonsur, dass jemand zum Lektor oder Hypodiakon wird. Dies wird dadurch unterstrichen, dass die Tonsur nur einmal stattfindet und bei der Weihe eines Hypodiakons nicht wiederholt wird. Das Mistverständnis ist aufgrund der oft verwendeten Ausdrucksweise, dass jemand „zum Lektor tonsuriert“ wird entstanden, die zwar weitverbreitet, aber technisch unkorrekt ist.

Das Gewand

Alle Stufen des Klerus, angefangen beim Lektor, tragen das Sticharion. Das Sticharion ist ein mit losen Ärmeln versehener Talar, der bis zum Boden reicht. Es erinnert den Träger, dass die Gnade des Heiligen Geistes ihn mit einem Kleid aus Erlösung und Freude bedeckt. Ein Lektor ist von einem Akolythen dadurch zu unterscheiden, dass er unter seinem Sticharion ein Untergewandt trägt, und (in den meisten Fällen) sein Sticharion an der Seite durch Knöpfe zusammengefügt wird, während das Kleidungsstück des Altardieners an den Seiten zusammengenäht wird.


Die Aufgaben

Ein geweihter Lektor hat folgende Aufgaben:

- das Lesen aus dem Alten Testament während der Gottesdienste;
- das Lesen der Epistel während der Göttlichen Liturgie und anderer Gottesdienste;
- das Singen des Prokimenons, des Hallelujas, der Antiphonen;
- das Vortragen von anderen dazugehörenden Gesängen.

Darüber hinaus macht der Lektor normalerweise noch Folgendes:

- die Gestaltung und Planung des Gottesdienstes in Übereinstimmung mit dem Typikon;
- das Singen im Chor.

Als ein Mitglied des niederen Klerus, kann ein Lektor, wenn er über die nötigen Fähigkeiten dazu verfügt, mit den Aufgaben eines Kantors, Katecheten oder einer anderen führenden Rollen in der Gemeinschaft beauftragt werden.

Quelle: https://goodguyswearblack.org/holy-orders/minor-orders/reader/

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